Sitz kleine Lord! Platz kleine Lord! Steh kleine Lord!

Veröffentlicht auf von terrordogs.over-blog.de

Salü,

wir mal wieder, Dandy & Níkko, und dieses Mal gemeinsam, das heißt abwechselnd, denn vierhändig geht, glauben wir, nur auf diesem komischen Instrument, welches, wenn’s einer nicht beherrscht, einen akustischen Katzenjammer auslösen kann. Ach, ich hab’s: Klavier heißt das Ding. Hat mir Dandy grade zugeflüstert.

Also gut. Wir sind ja hier täglich in geheimer Mission on Tour, um alle möglichen Familiengeheimnisse auszukramen. Und es scheint dabei vor allem in tierischer Hinsicht ein unerschöpfliches Potential zu geben. Gut für die Menschenfamily, gut für uns Tiere und gut für den Blog.

Heute fanden wir was raus, und zwar eine wirklich süße Story, zumindest für unseren Geschmack. Es geht dabei um die Beziehung Mensch – Hund. Oder eher: kleiner Mensch, großer Hund.

 

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Es war so in etwa im Jahr 1947, da war unsere Menschenoma (* 1927) menschensüße 20 Jahre alt und bereits mit Menschenopa liiert. Sie bewohnte damals im Miethaus ihrer Eltern die große Wohnung im Parterre. Und da damals ja das mit den Wohnverhältnissen irgendwie komisch war, das wissen wir nur in etwa aus Erzählungen, zog Menschenopa zu Menschenoma. Au weia! Die waren zwar verlobt, lebten aber dennnoch in „wilder“ Ehe! Wofür hier nun das Synonym wild stehen soll, entzieht sich ehrlich gesagt, unserer Kenntnis, ist aber auch für das heutige Ausplaudern eher Nebensache. Na ja, nicht so ganz Nebensache. Weil: bevor Menschenopa da einziehen durfte, musste er sich erst mal die Gunst seiner Angehimmelten erobern, die nicht allzu lange vorher wohl die Verlobung mit einem einige pschopathische Züge aufweisenden Typen gelöst und hierdurch erst mal die Menschennase gestrichen voll hatte von Beziehungen & Co. Warum ist das eigentlich bei euch Menschen so kompliziert? Wir Hunde gehen da mit bestem Beispiel voran, denn wir sind ehrlich, und können wir im wahrsten Sinne des Wortes einen Artgenossen nicht riechen, lassen wir es ihn oder sie auch gleich wissen. Ohne Schnörkel. Na gut, Ihr Zweibeiner seid eben so.

Nun mal weiter im Text. Menschenopa und Menschenoma lernten sich in Menschenomas Wohnung kennen, als diese für eine sehr gute Freundin die Tauffeier für deren Kind dort ausrichtete, da hier seeeehr viel Platz für sehr viele Gäste war. Na ja, wir haben Fotos gesehen von unserer Menschenoma, als sie noch jung war, und mal so durch die (Puste-)Blume im heutzutage üblichen Slang geflüstert: Ne coole und schöne Schnitte war die schon. Wären wir Menschen, hätten wir wohl ein Duell um sie ausgetragen. Aber Menschenopa, der sich auf dieser Feier sofort unsterblich verliebte, kam ohne Waffen aus, fast. Er bot sich an, das Grundstück mal ordentlich herzurichten, was immerhin so 1.500 m² ausmachte. Nun gut, wie’s so läuft, die beiden kamen sich näher, wussten, dass sie zusammen gehören und er bekam Asyl. So weit so gut.

Er wusste aus Erzählungen, dass Menschenoma sehr, sehr tierlieb war, was auch auf ihn zutraf und so wusste er auch, dass sie sich seit ihrer Kindheit nichts sehnlicher gewünscht hatte als einen Hund. Durfte sie seitens ihrer Eltern leider nicht. Eines Tages dann sah sie durchs Fenster einen Mann im Rollstuhl auf das Haus zufahren, und auf dem Schoß hatte er einen – na was wohl? Richtig: einen Hund! Menschenoma ließ ihn rein, wusste nicht, welches Spielchen hier eigentlich gespielt wurde, und war hin und weg von dem kleinen Kerl. Bis Menschenopa ihr dann sagte, es sei ihrer. Es war ein Geschenk, und der schönste Liebesbeweis an sie.

Es war ein Schäferhund, welchen sie auf den Namen „Lord“ taufte. Lord entwickelte sich zunächst prächtig, stellte aber mit ein paar Monaten einfach so das Wachstum ein, wofür niemand eine Erklärung hatte. Frauchens Eltern wurden dann oft gehänselt von Bekannten und so kam Lord zu dem Beinamen „kleiner Lord“, er war ja auch echt klein… Irgendwann jedoch holte er auf, vielleicht hatte er auch heimlich Düngemittel gefressen, null Ahnung, jedenfalls erreichte er sehr bald die für einen Schäferhund übliche Körpergröße. Aber den Spitzname „kleiner Lord“ wurde er nie wieder los. Vielleicht hatte der Name aber auch was mit dem Buchtitel "der kleine Lord" zu tun, da sind wir nicht sicher, aber Menschenoma war auch schon bisschen schräg und da war wohl vorprogrammiert, dass sie so was oberschräges wie unsere Menschenmama in die Welt setzt. Uns kann's recht sein, so lange wir hier beste Unterkunft und Kost haben *grins*.

Zu dieser Zeit hatte Menschenoma einer sehr guten Freundin nebst Ehemann und kleiner Tochter Wohnraum zur Verfügung gestellt, und passte, wenn die Eltern arbeiten oder sonstwie außer Haus waren, auf die Kleine auf, welche auf den Namen Karin hörte. Sie war etwa vier Jahre alt und auch sie liebte Lord von Anfang an.

Lord genoss eine gute Erziehung, und wir meinen, insbesondere bei großen Hunden, ist schon ein wenig Gehorsam angebracht. Und so hörte er natürlich unter anderem auch auf die Kommandos „Platz“, „Sitz“ und „Steh“. Karin bekam dies alles von gaaanz klein auf mit, da sie sich fast den ganzen Tag in Menschenomas Wohnung aufhielt und zu ihr eine Bindung wie zu einer zweiten Mama hatte. Und so kam es logischerweise auch vor, dass Karin und Lord mit zum Einkaufen gingen.

Eines Tages stand wieder mal ein Einkauf statt. Lord musste vorm Laden warten, Karin hatte keinen Bock auf einkaufen und wollte statt dessen lieber bei Lord bleiben, der ja inzwischen so groß war, wie ein Schäferhund eben sein soll. Als Menschenoma aus dem Geschäft kam, wunderte sie sich über einen ziemlich großen Menschenauflauf. Und mittendrin gab klein Karin ihr Debüt. Sie führte Kunststückchen mit Lord vor und sagte immer wieder: „Sitz kleine Lord, Platz kleine Lord, Steh kleine Lord,“ wobei kleine hier absichtlich so ohne „r“ am Ende geschrieben wird, da sie es genau so aussprach, in Kindersprache eben. Die umstehenden Leute kriegten sich nicht mehr ein, da Lord, wenn er saß, Karin schon um einige Zentimeter überragte. Das passte natürlich.

Die beiden waren übrigens so dicke Freunde, dass eines Tages Karins Mutter zu Menschenoma kam und sie um Hilfe bat, denn Lord hatte sich ins Bett neben Karin gelegt, bewachte seine kleine Menschenfreundin und ließ selbst die Eltern nicht mehr ran. War natürlich nicht optimal, und selbstverständlich wurde dieses auch unterbunden. Es sei nun einmal dahingestellt, ob man ein kleines Kind vor einem Geschäft auf einen Hund aufpassen lässt (oder eher umgekehrt?). Es war damals, und nicht heute, und bekanntermaßen haben sich die Zeiten, die Menschen und auch die Hunde geändert.

Wir fanden dieses einfach süß und wollten das gerne mal ausplaudern. Und wir finden es zudem sehr schön, dass die Eltern unseres Frauchens so tierlieb waren, und dass diese Tierliebe auch Frauchen geerbt hat. Denn gerade was mich Níkko, den Rabauken betrifft, muss man schon ein gehöriges Maß an Tierliebe aufbringen, denn ich war wirklich alles andere als einfach.

Na gut Auf dem Foto ist Lord abgebildet. Wir haben ihn „Lord Nr. 1“ genannt, da es später, zu Frauchens Zeiten, auch einen Schäferhund mit diesem Namen gab.

Und der Untertitel „Lord, mein steter Beschützer“, den haben wir geklaut, denn das hat Menschenoma damals auf die Rückseite des Fotos geschrieben.

Auch hieraus kann man wieder den Schluss ziehen, dass Frauchen nix für ihre Gene kann. So wollen wir ihr mal einiges nachsehen, da wir heute unseren „gut gemeint Tag“ haben J

Macht’s dann mal gut, seid nett zu Euren Dosenöffnern und vermittelt ihnen immer wieder mit einem treuen Blick und einem Schwanzwedeln „es kann nur eine/n geben…“. Glaubt’s uns, darauf fahren die volle Pulle ab. Wir wirken auf sie wie eine Droge, aber wir haben keine Nebenwirkungen wie Ecstasy. Sie wissen es nicht, also haltet dicht, dass sie uns allen niemals hinter die Schliche kommen…

Habt alle ein gutes Nächtle, schöne Träumchen und morgen einen schönen, die Woche halbierenden Tag.

Liebe Grüße von Dandy & Níkko

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