Another brick in the wall

Veröffentlicht auf von terrordogs.over-blog.de

Oder: Eisbär Knut macht sein eigenes Ding

Salü. Wir mal wieder, Dandy & Nikko. Frauchen haben wir eingesperrt im Keller. Dort kann sie entweder mit dem Rauchen aufhören, rauchende Colts nachspielen oder die Gummizelle aufblasen. Ist uns alles egal, Hauptsache, wir haben mal unsere Ruhe. Wir konnten zwar vorhin einen lauten Ruf: „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ vernehmen. Aber nun mal ehrlich: die ist kein Star, und wird von uns erst wieder rausgeholt, wenn wir hier fertig sind.

Unser tierischer Geheimdienst war uns nämlich bei der Auswertung einiger Dokumente behilflich und es bedarf ja nun mal einiger Zeit, um alles, wie in Deutschland üblich, ordentlich zu dokumentieren. Wir stießen auf ein weiteres Beweisfoto, eines von vielen. Doch dieses erregte heute unsere ganz besondere Aufmerksamkeit.

Wie Ihr sicher alle wisst oder vielleicht bereits gelesen habt, waren wir, Menschenoma und Menschenmama von Eisbär Knut mehr als angetan. Außerdem besteht neben vielen Verbindungen noch eine ganze besondere: Im Jahr 2007 wurde Knut am 23. März erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Und an diesem Tag hatte Menschenoma Geburtstag! Alles, jeder noch so kleine Bericht, wurde eifrig verfolgt, und echt – wer kann an einem solch drolligen kleinen und knuffigen Kerl keinen Gefallen finden? Klar wissen wir, dass er mittlerweile vieeeeeel größer geworden ist, aber das schmälert die Liebe nicht!

 

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Eisbär Knut: ein Gedicht - oder auch sein Gedicht?

Ich brauche keine Erziehung,

weil ich ein kleiner Eisbär bin.

Hab' von der Welt den geilsten Hüftschwung,

von dem ist wirklich jeder hin. 

 

Ein Gläschen Bier in Eisbärenehren, 

nur ab und zu nach Feierabend, 

kann niemand einem Knut verwehren, 

denn ich bin knorke, cool, erlaband!

(Knut) 

 

Dann kam im Mai Menschenoma ins Krankenhaus. Unser Frauchen war sehr verzweifelt, weil es immer auf und ab ging. Es war, und das verstehen wir, für sie eine sehr schwere Zeit, denn unser Frauchen hatte eine sehr, sehr enge Bindung an ihre Eltern und ist auch nie von zu Hause ausgezogen. Also hat sie ihrer Mama einige Fotomontagen erstellt und Gedichte und Geschichten geschrieben, um sie zu trösten. Die Fotos standen auf dem Nachttisch, aber stets ließen sich diese irgendwelche Ärzte und Krankenschwestern schenken, weil die ihnen wohl ganz gut gefielen und so musste Frauchen ständig Nachschub drucken. Aber das tat sie gerne, weil sie eben schon immer gerne sowohl Mensch als auch Tier gibt, Freude bereitet.

Dann fand Sie während eines Einkaufs einen „Miniknut“, der ist vielleich 10 Zentimeter lang, seine Pfötchen sind magnetisch, so dass man ihn überall anbringen kann. Sie kaufte gleich zwei: einen für Menschenoma und einen für sich. Es sollte eine Verbindung zwischen beiden herstellen. Miniknut fand zu Hause seinen Platz auf der oberen Kante des Flachbildschirm und bei Menschenoma am Krankenbett wurde er am Triangelgriff, dieser Aufrichthilfe, befestigt. Sehr oft wurde Menschenoma verlegt. Viele Male ging es notfallmäßig von Normal- auf Intensivstation. Einmal war kein Platz auf der Intensiv hier in Saarbrücken, wo wir wohnen, also wurde sie nach Neunkirchen verlegt. Aber glaubt’s uns: dieser kleine Miniknut ging stets mit auf Reisen, ging nie verloren, und bereitete Menschenoma immer Freude, auch die vielen Fotos und Texte.

Am 6. August dann besuchte unser Frauchen Menschenoma nachmittags noch auf der Intensivstation, wo sie selbst feststellte und auch die Bestätigung seitens des Pflegepersonals und des behandelnden Arztes erhielt, dass sich ihr Zustand im Gegensatz zu einem Tag vorher stabilisert habe. Also fuhr sie (mit dem Bus), als die Besuchszeit zu Ende war, getrost und beruhigt nach Hause. Kaum hier angekommen, wollte sie noch einen Kaffee trinken, eine dabei rauchen um etwas zu chillen und anschließend mit uns spazieren und einkaufen zu gehen.

Um genau 16:55 h klingelte dann der Anruf des Krankenhauses. Der Arzt fragte, ob Menschenmama die Tochter von Frau R. sei, was sie bestätigte und er begann mit den Worten „es tut mir Leid“. Frauchen konnte das überhaupt nicht einordnen, dachte an nichts Schlimmes und wartete auf die Pointe eines schlechten Witzes. Dann gab er ihr die Auskunft, dass ihre Mutter verstorben sei. Und Menschenmama peilte es immer noch nicht, fing an zu diskutieren, dass es nicht sein könne, dass es sich um eine Verwechslung handeln müsse, denn rund vor 1 ¾ Stunden hatte sie sie doch besucht und mit ihr gesprochen… Dann, im Laufe des Gesprächs, wurde ihr klar, dass es brutale Realität war.

Sie hatte nun keine Mama mehr und wir keine Menschenoma. Von einer Minute auf die andere war alles anders. Auch wir spürten das. Frauchen wurde gefragt, ob sie ihre Mutter so, wie sie sie zuletzt sah, in Erinnerung behalten oder noch einmal kommen möchte, um sich von ihr zu verabschieden. Natürlich wollte Menschenmama Abschied nehmen, sich überzeugen, ob es wirklich wahr ist… Ein schwerer Gang für sie, was wir kleinen Sensibelchen auch ganz genau spüren konnten.

Als sie dann im Krankenhaus ankam, wurde sie in ein separates Zimmer geführt. Dort lag dann Menschenmama. Und das Rührendste daran war, dass das Pflegepersonal unserer Menschenoma in die gefalteten Hände diesen kleinen Miniknut gelegt hatten. Frauchen konnte die Tränen nicht zurückhalten, und ehrlich gesagt, uns laufen gerade beim Schreiben auch ein paar heimliche Tränchen aus unseren Knopfaugen.

Frauchen legte ihr noch den geweihten Rosenkranz in die Hände, ein paar kleine Röschen und ein Foto von unserem Menschenopa. Der Rosenkranz hatte eine ganz besondere Bedeutung, denn diesen bekam Frauchen, als sie im Juli 2007 wieder in die Kirche eintrat und konvertierte, von dem lieben Pfarrer geschenkt. Der Rosenkranz stammte nach seinen Aussagen aus Assisi. Und Franz von Assisi liebte ja die Tiere bedingungslos, so wie die gesamte Familie unserer Menschenmama. Also verband die beiden dieses ebenfalls. Menschenoma sollte alles mit auf Reisen nehmen, und, da Frauchen an ein Weiterleben nach dem Tode glaubt, sollten diese Dinge in der „Anderwelt“ mit ankommen.

Miniknut ging mit auf Reisen. Einen hat Menschenmama am Rollator ihrer Mutter, welchen sie liebevoll mit Blumen und einem Zimmerbrunnen als Erinnerung geschmückt hat, angebracht. So ging dieser kleine Knut symbolisch mit auf Reisen…

Ein trauriges Thema. Und wir stellen bewusst ein nicht trauriges dieser Fotos ein. Es gibt da noch ein paar, die folgen noch, irgendwann…

Es gibt auch eine Geschichte über und von Knut, welche Frauchen, als ihre Mutter noch lebte, angefangen hatte zu schreiben. Bis heute allerdings hat sie es nicht übers Herz gebracht, sie zu Ende zu schreiben. Vielleicht können wir sie ja irgendwann dazu motivieren, denn wir finden sie recht schön.

Nichts desto trotz müssen schon so einige Latten wackeln, um auf solche Ideen zu kommen...

Habt alle einen schönen und ruhigen Sonntag, damit alle gestärkt eine neue Woche beginnen können.

 

Viele Grüße an alle

 

Dandy & Níkko

 

 

 

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Sally 10/25/2010 11:30


Hi ihr Zwei,
natürlich könnte ich jetzt viele, viele Worte schreiben, aber nichts kann den Schmerz eurer Mami lindern nur eins, irgendwann werden die Schmerzen weniger aber aufhören werden sie nie. Aber einen
Trost gibt es doch, wir werden sie alle irgendwann wiedersehen ob 2-Beiner oder 4-Beiner und dann sind wir alle wieder vereint.

Liebes WUUUH
Sally